10 Berufe, die es bald nicht mehr gibt: Ist Dein Job in Gefahr?

Wir sind jetzt am Beginn der vierten Industriellen Revolution. Die Digitalisierung wird in den nächsten 10 Jahren alle Lebensbereiche durchdringen und unsere Welt ähnlich stark verändern wie die Dampfmaschine oder die Erfindung der Elektrizität. Diesmal ist vor allem die Welt der geistigen Arbeit von der Veränderung betroffen. Es sind weniger die Jobs in den Fabriken, sondern die größten Veränderungen wird es in den Dienstleistungsberufen und in der Verwaltung geben. Überall dort, wo Menschen heute damit beschäftigt sind, Daten in einen Computer zu tippen – sei es in einer Behörde, einem Empfangstresen oder einer Ladenkasse – werden diese Aufgaben bald automatisiert.

Diese Jobs werden durch die Digitalisierung in spätestens 10 Jahren verschwunden sein.

Natürlich werden auch viele neue Berufe entstehen, aber unterm Strich wird diese vierte industrielle Revolution Arbeitsplätze in gewaltigem Ausmaß fressen. Diese Veränderungen werden kommen, die Corona-Krise wird den Transformationsprozess noch zusätzlich beschleunigen. Schauen wir uns einige Berufe an, in denen noch viele Menschen beschäftigt sind, die schon bald arbeitslos sein werden. Die meisten von Ihnen haben keine Ahnung, was auf sie zu kommt.

Bankangestellter in einer Bankfiliale

In China wird schon heute fast nur noch mit App bezahlt

Schon heute ist dies ein Beruf, der erkennbar getroffen ist. Immer mehr Bankfilialen schließen. Das Bankwesen verlagert sich von den klassischen Banken zu Fintech-Banken im Internet. Wer geht heute noch in eine Bankfiliale?

Die meisten Bankkunden betreten eine Bankfiliale nu r noch im Vorraum, um den Gelautomaten zu benutzen? Was Geldanlagen betrifft, lässt man sich besser unabhängig beraten – die Beratung bei Banken ist lausig und hat meist nicht das Wohl des Kunden im Blick. Banken werden noch für Finanzierungen von Immobilien und Unternehmen gebraucht. Für den alltäglichen Zahlungsverkehr braucht kein Mensch mehr die Bankfiliale.

N26, Revolut, Vivid: bei keiner dieser Onlinebanken gibt es noch Filialen. In 10 Jahren wird es auch das Bargeld verschwunden sein. Sehr wahrscheinlich ist unser heutiges Geld bis dahin von einer vollständig digitalen Währung ersetzt worden, die grundlegend anders funktioniert. Denkbar schlechte Zeiten nicht nur für die Bankfilialen sondern für die Banken insgesamt. Wahrscheinlich werden in Zukunft Techkonzerne wie Apple, Facebook und Google eine wichtige Rolle beim Zahlungsverkehr spielen. Die Chinesen bezahlen Ihre Einkäufe schon heute fast ausschließlich mit den Apps von Alipay und WeChat.

Supermarktkassierer

Bald ein Relikt der Vergangenheit: Die Supermarktkasse

Gänzlich menschenleer werden die Supermärkte so schnell noch nicht sein. Aber der Platz an der Kasse wird in immer mehr Geschäften bald verschwinden. Im Supermarkt der Zukunft wird bargeldlos per App gezahlt. Und zwar ohne Kassierer. EDEKA testet in Hamburg bereits in mehreren Filialen ein neues System. Der Kunde scannt bereits beim Einkaufen die Balkencodes der Waren mit dem Smartphone. Abgerechnet wird beim Verlassen des Geschäfts. Der Betrag wird direkt von der Kreditkarte oder dem Girokonto abgebucht.

Kassiererinnen sind hier nicht mehr vorgesehen. Menschen werden in Zukunft nur noch den Boden wischen und die Regale befüllen. (Und auch das wird sicherlich irgendwann ein Roboter übernehmen.) Am Ausgang wird man stichprobenweise kontrollieren, ob die Kunden auch alle Waren gescannt haben. Wer beim Klauen erwischt wird, wird gesperrt und hätte keinen Zugang mehr zu dem betreffenden Geschäft.

In China gibt es bereits vollautomatische Mini-Shops, die ganz ohne Personal auskommen und nur gelegentlich befüllt und gereinigt werden. Der Zahlungsvorgang wird dort per Gesichtserkennung ausgelöst. Man zahlt also nicht mehr mit seinem guten Namen sondern mit einem Lächeln.

Lastwagenfahrer, Taxifahrer

Fast jeder hat schon vom autonomen Fahren gehört. Die wenigsten Menschen wissen aber, wie weit fortgeschritten diese Technik bereits heute ist. Das selbst fahrende, Auto, der selbst fahrende Bus und der autonome LKW sind bereits Realität und werden zur Zeit ausgiebig getestet. Während in westlichen Ländern noch Praxisversuche laufen, sind in China selbst fahrende Busse bereits im Einsatz. Aus rechtlichen Gründen ist noch ein Fahrer an Bord, aber der hat nicht mehr viel zu tun.

Für den Güterverkehr werden selbst fahrende LKW eine Revolution darstellen. Selbst wenn noch ein Fahrer an Bord ist, um zum Beispiel in schwieriger Umgebung die manuelle Kontrolle des Trucks zu übernehmen, so werden die bisherigen Pausenzeiten keine Rolle mehr spielen.

Auf Autobahnen können LKWs schon heute problemlos autonom fahren. Sicherer als mit einem menschlichen Fahrer. Der Fahrer könnte somit während der Fahrt ausruhen und sogar schlafen, bevor er nach dem Verlassen der Autobahn wieder die manuelle Kontrolle übernimmt. Wahrscheinlich werden LKWs die ersten Fahrzeuge auf der Straße sein, wo das halb- und vollautonome Fahren als erstes zur Anwendung kommt. Aber auch Taxis und Busse und schließlich auch Privatfahrzeuge werden dank Digitalisierung autonom unterwegs sein. Das bedeutet den Wegfall von Millionen Fahrerjobs.

Zugführer

Die U-Bahnen in manchen Städten sind jetzt schon ohne Fahrer unterwegs. Dass Züge noch einen Fahrer haben, ist reine Nostalgie. Wenn alle Züge elektrisch fahren und das gesamte Streckennetz computergesteuert ist, braucht man im Normalfall keinen Fahrer. Es wird wohl trotzdem noch einige Jahre Zuführer geben. Auch Flugzeuge ohne Piloten sind zwar denkbar, werden aber noch etwas auf sich warten lassen. Es gibt hier noch psychologische Hemmschwellen zu überwinden. Automatisch fahrende Züge werden jedenfalls Realität werden. Wenn vielleicht auch nicht in Deutschland. Hier geschieht alles etwas langsamer und in Sachen Digitalisierung geht es nur schleppend voran.

Versicherungsvertreter

Versicherungsvertreter? Wozu? Schon heute ist diese Berufszweig überflüssig. Wenn ich eine Versicherung abschließen will, informiere ich mich im Internet und erledige das Online. Niemand braucht mehr einen Versicherungsvertreter um eine banale Hausrat- oder Feuerversicherung abzuschließen. Und wenn wirklich Beratung notwendig sein sollte, lässt sich das ebenso von einem reinen Kundendienstmitarbeiter per Skype erledigen. Und Kapitallebensversicherungen braucht ohnehin keiner – sie waren schon immer eine der unvorteilhaftesten Geldanlagen die es gibt.

Notare und Anwälte

Das mag den einen oder anderen überraschen. Aber auch Juristen werden ganz massiv vom digitalen Wandel betroffen sein. Gänzlich verschwinden wird dieser Berufsstand wohl noch nicht. Aber die Blockchain-Technologie wird Zukunft vollautomatische, digitale Grundbücher ermöglichen. Komplizierte Beurkundungen bei Immobilientransaktionen werden entfallen. Eigentlich werden die Dienste von Notaren und Anwälten in allen Bereichen überflüssig, wo derzeit noch Urkunden ausgestellt werden, um irgendetwas zu besiegeln und zu beglaubigen. Diese Funktionen werden von Blockchain-Anwendungen durchgeführt.

Reiseverkehrskaufmann

Also mal ernsthaft. Wer braucht heutzutage noch ein Reisebüro. Ähnlich wie beim Versicherungsvertreter wird auch hier das Internet den Verkäufer überflüssig machen. Reisen kann man online buchen und die entsprechenden Angebote im Internet verglichen. Reisebüros sind schon jetzt ähnlich überflüssig wie Versicherungsvertreter.

Paketboten

Digitalisierung macht Postboten überflüssig.
Wird er bald durch eine Drohne ersetzt?

Das mag jetzt überraschen, schließlich boomt der Onlinehandel. Aber auf etwas längere Sicht wird sich das ändern. Selbstfahrende Paketfahrzeuge befinden sich in China und den USA im Testbetrieb. Und die Auslieferung kleiner Pakete mit Drohnen ist in China schon heute Praxis, um Medikamente in abgelegene Dörfer zu liefern, die mit dem Auto nur mühsam zu erreichen sind.

Keine Frage, auf Paketboten kommen harte Zeiten zu. Noch härter werden die Zeiten für Briefträger. Denn das Briefaufkommen fällt und wird weiter fallen. Die Post wird die Briefzustellung am Montag voraussichtlich bald aufgeben. Überlegungen in diese Richtung laufen.

Ticketkontrolleure, Rezeption

Alle Arten von Zugangskontrolle werden in Zukunft elektronisch geschehen. Das Einchecken im Hotel zum Beispiel. Tickets aus Papier in Verkehresmitteln werden bald verschwinden. Auch Berufe wie Fahrkartenkontrolleur sind längst aus der Zeit gefallen. Die Zugänge zu U-Bahnen und Zügen werden elektronisch freigegeben. Ohne Smartphone kein Zutritt. In Singapur erfolgt der Zutritt zur U-Bahn durch ein Drehkreuz mit Lesegerät. Die Freigabe erfolgt mit jeder Kreditkarte. Der Fahrpreis wird beim Verlassen des Zielbahnhofs berechnet und sofort eingezogen. Wenn man den Bahnsteig gar nicht ohne Zahlungskarte oder Smartphone betreten kann, entfällt logischerweise auch die Notwendigkeit für Ticketkontrollen. Auch die Fahrkartenautomaten können dann verschwinden.

Stromzählerableser

In den kommenden Jahren werden die herkömmlichen Stromzähler gegen sogenannte „Smartmeter“ ausgetauscht. Sie erfassen nicht nur den reinen Stromverbrauch , sondern auch, wann wieviel Strom verbraucht wird. Damit wird das Verbrauchsverhalten für die Stromversorger komplett transparent. Die Zählerdaten werden online übertragen. Abzulesen und aufzuschreiben gibt es da nichts mehr.

Die Digitalisierung wird unsere Gesellschaft radikal verändern.

Bei diesen 10 Jobs handelt es sich nur um Beispiele. Unzählige andere Berufe sind genauso betroffen. Als Faustregel gilt: Je höher die Qualifikation und je höher bezahlt ein Job ist, desto geringer die Gefahr, dass er der Digitalisierung zum Opfer fällt. Auch Berufe in denen es um Menschen geht, insbesondere in der Krankenpflege und Altenpfleger, lassen sich nicht so einfach wegrationalisieren. Wer hingegen Routinearbeiten in Büros oder Fabriken verrichtet, wird wahrscheinlich arbeitslos. Die einen früher, die anderen später.

Wie gehen wir damit um, wenn etwa 40-50% der Jobs wegfallen? Bisher war es bei jedem Innovationsschub so, dass massenhaft Arbeitsplätze verschwunden sind, aber gleichzeitig jede Menge neue Arbeitsplätze entstanden. Das scheint diesmal nicht der Fall zu sein. Wahrscheinlich müssen unsere Sozialsysteme völlig umgebaut werden. Wahrscheinlich wird es eine Form des bedingungslosen Grundeinkommens geben, das zumindest so hoch ist, um das Überleben zu sichern.